
Die St.Jodokus-Kirche in der Bielefelder Altstadt wurde am 18.07.1511 geweiht, doch liegen ihre Ursprünge weiter zurück. Auf dem Jostberg (Jost = Jodokus), einer Anhöhe zwischen Brackwede und Quelle, unterhielten die Franziskaner schon vorher ein Kloster und Hospitz mit einer dem HI.Jodokus geweihten Wallfahrtskirche. In jüngster Zeit ist die Klosterruine auf dem Jostberg restauriert worden.
Wegen der unwirtlichen Gegend und auch, weil ihre eigentliche Aufgabe die Seelsorge für die Stadtbevölkerung war, verlegten die Brüder Kloster und Kirche in die Stadt, an den heutigen Klosterplatz. Auch in der Zeit der Glaubensspaltung und der Säkularisation blieb das Kloster der katholischen Kirche erhalten. Die Franziskaner übernahmen die Seelsorge für die Katholiken im zumeist evangelisch gewordenen Ravensberger Land. 1829 wurde das Kloster durch eine preußische Kabinettsorder aufgehoben. Die Kirche wird seitdem von Weltpriestern berteut. Bei der Verlegung des Klosters in die Stadt wurde St. Jodokus als Kirchenpatron beibehalten.
Jodokus lebte im 7. Jahrhundert in
Frankreich. Er verzichtete auf die
bretonische Fürstenkrone, um ein
Leben als Pilger und Einsiedler zu
führen. Schließlich gründete er ein
Kloster. Er wird als Patron der Pilger
und Reisenden verehrt. Sein Schrein
befindet sich in St. Josse-sur-mer in
der Diözese Arras (Frankreich).
Dem Armutsideal der Franziskaner entsprechend, besitzt die Kirche keinen Turm, sondern nur einen Dachreiter mit vier Glocken. In den Jahren 1973/74 war die letzte Innenrenovierung der Kirche.
Die Renovierung der Räume des
CityKlosters und des Klostergebäudes waren erste Schritte auf
dem Weg zum Jubiläumsjahr.
Im Juli 2010 wurde die Kirche für Renovierungsarbeiten und eine
Neugestaltung der künstlerischen
Ausstattung geschlossen.
Am Sonntag, 27.März 2011 wird
mit der Altarweihe durch Weihbischof
Matthias König, Paderborn
die Pfarrkirche St.Jodokus wieder
geöffnet.
An unterschiedlichen Stellen wurde
für das Jubiläumsjahr beraten
und gearbeitet. Ein Buch, das
die 500-jährige Geschichte von
St.Jodokus in ihren weitreichenden
Facetten beleuchtet, entsteht unter
Beteiligung vieler Autoren.
Ein Ausstellungsprojekt widmet sich
mit kunst –und kulturhistorischen
Exponaten der franziskanischen
Tradition und der Geschichte von
St.Jodokus.
Monatliche Veranstaltungen mit
unterschiedlichen Akzenten laden
zur Mitfeier des Jubiläumsjahres ein.