1224
Zoll und Münze in Bielefeld
1240-1250 Bau der Sparrenburg
Seit Mitte des 13.Jhdts. Entstehungder Neustadt
1520 Vereinigung von Alt-und Neustadt
1847 Anschluss an die Köln-Mindener Eisenbahn
1878 Bielefeld wird kreisfreie Stadt
1930 Durch Eingemeindungen Großstadt
1944 Zerstörung von Alt-und Neustadt durchBomben
1973 Zusammenschluss mit dem Landkreis
Bielefeld ("Biliuelde") wurde um das Jahr 1214 vom Ravensberger Grafen Hermann IV. gegründet. Den Kern der Stadt bildete eine kleine Siedlung in unmittelbarer Nähe eines Passes durch den Teutoburger Wald.
Bielefeld entstand als eine der zahlreichen Stadtgründungen im Mittelalter. Gründungen dieser Art erfolgten in der Regel, um die Herrschaft des jeweiligen Landesherrn zu sichern. Hermann IV. von Ravensberg plante Bielefeld zugleich als Kaufmannsstadt. Die Stadtneugründung sollte dazu beitragen, die Wirtschafts- und Finanzkraft des Grafen zu steigern.
Zahlreiche Kaufleute aus der
Umgebung und vielleicht aus dem benachbarten Münster nutzten
die ihnen vom Landesherrn
in der neuen Stadt gebotenen Freiheiten und bestimmten seit dem
13. Jahrhundert die Entwicklung Bielefelds. Die Stadt war, den mittelalterlichen
Erfordernissen entsprechend, mit Mauern, Wällen und Wassergräben
gesichert und dadurch, wie in jener Zeit üblich, vom Umland abgeschlossen.
Der Zugang war nur tagsüber durch die Stadttore möglich. Das
mittelalterliche Stadtbild Bielefelds prägten der Markt als wichtiges
Handelszentrum (heute: Alter Markt), das Rathaus (heute: Theater am alten
Markt) und die Kirche (Altstädter Nicolai-Kirche).
Für den Bau der Sparrenburg in den 40er Jahren des 13. Jahrhunderts
brauchte man zahlreiche Handwerker. Ein Großteil von ihnen siedelte
sich wahrscheinlich zwischen der Stadt und dem Sparrenberg an.
Aus
diesen
Anfängen entwickelte sich binnen recht kurzer Zeit
vor den Toren der Altstadt die Bielefelder Neustadt. An deren Pfarrkirche
richtete Graf Otto III. 1293 ein Kanonikerstift ein (Neustädter
Marienkirche). Es gab also zwei Städte
"Bielefeld". Sie wuchsen erst allmählich zusammen,
bis sie im Jahr 1520 endgültig zu einer Stadt vereinigt wurden.
Im 17. Jahrhundert begann der Aufstieg des Bielefelder Leinengewerbes.
Die Produktion von Garn und Leinwand fand im Umland statt, Bielefeld
selbst war eine Stadt des Leinenhandels. Eine starke Kaufmannschaft
sorgte für einen florierenden Absatz und brachte der Stadt beträchtlichen
Wohlstand.
Das Industriezeitalter ist die Epoche, die das heutige Bielefeld am
stärksten geprägt hat. 1847 erhielt die Stadt Anschluss
an die Köln-Mindener-Eisenbahn. Auf die Gründung der Ravensberger
Spinnerei (1854), ein Gemeinschaftsunternehmen der Bielefelder Leinenkaufleute,
folgten weitere Textilgroßbetriebe. Der Maschinen-, Fahrrad-
und Fahrzeugbau und das graphische Gewerbe entwickelten sich zu weiteren
Standbeinen der heimischen Industrie. Heute bestimmen vor allem der Handel
und Dienstleistungsunternehmen die Wirtschaftsstruktur.
1930 wurde Bielefeld durch Eingemeindungen Großstadt. Nach der Zusammenlegung mit dem Landkreis 1973 bildet es das Oberzentrum Ostwestfalen-Lippes. Zur Zeit hat die Stadt fast 330 000 Einwohner.