um 1214  Gründung

Siegel1224  Zoll und Münze in Bielefeld

1240-1250  Bau der Sparrenburg

Seit Mitte des 13.Jhdts. Entstehungder Neustadt

1520  Vereinigung von Alt-und Neustadt

1847  Anschluss an die Köln-Mindener Eisenbahn

1878  Bielefeld wird kreisfreie Stadt

1930  Durch Eingemeindungen Großstadt

1944  Zerstörung von Alt-und Neustadt durchBomben

1973  Zusammenschluss mit dem Landkreis

 

 

Historie

Bielefeld ("Biliuelde") wurde um das Jahr 1214 vom Ravensberger Grafen Hermann IV. gegründet. Den Kern der Stadt bildete eine kleine Siedlung in unmittelbarer Nähe eines Passes durch den Teutoburger Wald.

Bielefeld entstand als eine der zahlreichen Stadtgründungen im Mittelalter. Gründungen dieser Art erfolgten in der Regel, um die Herrschaft des jeweiligen Landesherrn zu sichern. Hermann IV. von Ravensberg plante Bielefeld zugleich als Kaufmannsstadt. Die Stadtneugründung sollte dazu beitragen, die Wirtschafts- und Finanzkraft des Grafen zu steigern.

Zahlreiche Kaufleute aus der Umgebung und vielleicht aus dem benachbarten Münster nutzten die ihnen vom Landesherrn in der neuen Stadt gebotenen Freiheiten und bestimmten seit dem 13. Jahrhundert die Entwicklung Bielefelds. Die Stadt war, den mittelalterlichen Erfordernissen entsprechend, mit Mauern, Wällen und Wassergräben gesichert und dadurch, wie in jener Zeit üblich, vom Umland abgeschlossen. Der Zugang war nur tagsüber durch die Stadttore möglich. Das mittelalterliche Stadtbild Bielefelds prägten der Markt als wichtiges Handelszentrum (heute: Alter Markt), das Rathaus (heute: Theater am alten Markt) und die Kirche (Altstädter Nicolai-Kirche).

Für den Bau der Sparrenburg in den 40er Jahren des 13. Jahrhunderts brauchte man zahlreiche Handwerker. Ein Großteil von ihnen siedelte sich wahrscheinlich zwischen der Stadt und dem Sparrenberg an.

Aus Leineweberdiesen Anfängen entwickelte sich binnen recht kurzer Zeit vor den Toren der Altstadt die Bielefelder Neustadt. An deren Pfarrkirche richtete Graf Otto III. 1293 ein Kanonikerstift ein (Neustädter Marienkirche). Es gab also zwei Städte "Bielefeld". Sie wuchsen erst allmählich zusammen, bis sie im Jahr 1520 endgültig zu einer Stadt vereinigt wurden.

Im 17. Jahrhundert begann der Aufstieg des Bielefelder Leinengewerbes. Die Produktion von Garn und Leinwand fand im Umland statt, Bielefeld selbst war eine Stadt des Leinenhandels. Eine starke Kaufmannschaft sorgte für einen florierenden Absatz und brachte der Stadt beträchtlichen Wohlstand.

Das Industriezeitalter ist die Epoche, die das heutige Bielefeld am stärksten geprägt hat. 1847 erhielt die Stadt Anschluss an die Köln-Mindener-Eisenbahn. Auf die Gründung der Ravensberger Spinnerei (1854), ein Gemeinschaftsunternehmen der Bielefelder Leinenkaufleute, folgten weitere Textilgroßbetriebe. Der Maschinen-, Fahrrad- und Fahrzeugbau und das graphische Gewerbe entwickelten sich zu weiteren Standbeinen der heimischen Industrie. Heute bestimmen vor allem der Handel und Dienstleistungsunternehmen die Wirtschaftsstruktur.

1930 wurde Bielefeld durch Eingemeindungen Großstadt. Nach der Zusammenlegung mit dem Landkreis 1973 bildet es das Oberzentrum Ostwestfalen-Lippes. Zur Zeit hat die Stadt fast 330 000 Einwohner.